Kinder Meditation für Entspannung und Konzentration - geführte Meditation

In einer Welt, in der Lärm und Geräusche überall zu hören sind,
ist Stille so wertvoll, weil sie so ungewöhnlich ist.

Warum Entspannung für Kinder wichtig ist

Der Kita-Alltag kann für Kinder genauso anstrengend sein, wie für Erwachsene ein Arbeitstag.
Die Kinder sind anders als zuhause, permanent umgeben von anderen Kindern und Erwachsenen. Meistens ist es laut, es gibt viele neue Eindrücke, Konflikte, Emotionen und dazu noch die Abwesenheit der engsten Bezugsperson(en). Dies strengt Kinder an und verstärkt das Bedürfnis nach Ruhephasen und Entspannungsmomenten. Umso wichtiger ist es, ihnen den Raum für Ruhe zu schaffen, ob in der Kita oder zuhause.
Das Bedürfnis nach Ruhe wird oft deutlich, indem sich Kinder zurückziehen, sich z. B. gemütlich in eine Ecke setzen und ein Buch betrachten oder ein Hörspiel hören, oder sich einfach nur bequem hinlegen und ausruhen.

Im Schulkindalter haben die Kinder recht häufig für sich erkannt, welche Art der Ruhe ihnen gut tut und wie sie sich am besten erholen können. Die Fähigkeit, für sich selbst zu sorgen und Ruhephasen zu schaffen, hilft den Kindern auch im weiteren Leben, mit stressigen Zeiten und Anforderungen angemessen umgehen zu können. In unserer schnelllebigen und oft hektischen Zeit mit dem Leistungsdruck, dem bereits junge Kinder heute oft ausgesetzt sind, ist diese Fähigkeit ein wichtiger Schutzfaktor, um gesund zu bleiben. Viele Kinder leiden schon unter Alltagsstress. Doch das kindliche Gehirn muss Zeit bekommen, um Gelerntes zu verarbeiten. Daher sollten Kinder in der Befriedigung ihrer Bedürfnisse nach Ruhe von den Erwachsenen von Anfang an unterstützt werden, indem ihnen Raum und Zeit dafür gegeben wird. Gerade Kindern, die sich von selbst keine Ruhemomente geben können.

Wie wäre es mit einer kleinen geführten Meditation?

Eine ruhige Bindungs- schaffende Eltern Kind Gemeinsamkeit.

Die Idee hinter der Kindermeditation:

Das Kind und der Erwachsene wechseln sich ab und belegen sich mit etwas weichem, gemütlichen, es kann auch ein bisschen schwer sein (z. B. Kastanienkissen) und benennen die Körperteile dazu.
Die geführte Kindermeditation ist eine Heranführung für euch Bezugspersonen mit und ohne Erfahrung von Meditation. Atmet einfach mit, beobachtet eure Kinder, wie sie den Moment der Entspannung annehmen und schenkt euch gemeinsam die Zeit fern vom Alltag.

Sich im eigenen Körper wohl zu fühlen ist die Voraussetzung für ein gesundes Selbstbewusstsein.

Auch lernen junge Kinder bei dieser geführten Meditation ihre Körperteile kennen, indem die Körperstellen benannt und belegt werden.
Soziale Kompetenz wird durch den Rollentausch gefördert. Denn genauso gerne wie Kinder mit den Kissen belegt werden, belegen sie auch uns. So entsteht ein vertrauensvolles Spiel.

Dies ist der erste Schritt in Richtung Meditation und Stille. Sich die Zeit nehmen und ein Bewusstsein für den Atem entwickeln, wie auch im Innern bei sich selbst zu SEIN.

„Die Wissenschaft bestätigt schon seit Jahren, dass Meditation und Yoga enorme positive, geistige, emotionale Veränderungen und Vorteile für deine Gesundheit auslösen kann. Dabei spielt die Form der Meditation gar keine so große Rolle.“ (https://veitlindau.com/meditation/)

Vorbereitung für die Meditation

Was braucht ihr ?

  • Ein Ort wo das Kind ruhig auf dem Rücken liegen kann und ihr ein bisschen Platz habt.
  • Kissen, (vier) am besten ein Fühl-Kissen mit Sand, Hülsenfrüchte, Kastanien u.ä. Es kann auch neben Kissen eine gefaltete Decke benutzt werden.
  • Duftöl. Bevorzugt Lavendelöl.
  • es kann anregen und entspannen, bei Abgeschlagenheit erfrischen und bei Stress beruhigen. Im körperlichen Bereich wirkt es antisepisch, wundheilend, schmerzlindernd und durchblutungsfördernd.
  • Trage bei Kopfschmerzen ein paar Tropfen auf die Stirn und Schläfen auf. Die krampflösende Wirkung kann bei Spannungskopfschmerzen lindernd wirken.
  • Achtet darauf, dass ihr vor der Entspannung nochmal auf die Toilette geht und was getrunken habt. Es sollte in den 10 Minuten keine unnötige Störung dazwischen kommen.
  • Hört euch die Meditation vorab an, wenn möglich und bespricht den Ablauf mit euren Kindern. Es würde auch ausreichen, ihnen zu sagen, das ihr sie mit Kissen belegen werden und wenn das Kind das möchte, mit dem Öl eine kleine Massage an der Stirn von euch bekommt.
  • Wenn in der Meditation gesagt wird, „ein Kissen wird auf dein Bein gelegt“, legt gerne eure Hand auf das Kissen und drückt es leicht an, damit das Kind an der Stelle gut spüren kann.
  • Am Ende, nachdem das Kind langsam aus der Entspannung erwacht ist, setzt euch gegenüber, im Kreis, und haltet euch an den Händen fest. Schließt gerne nochmal die Augen und spürt zusammen nach.
  • Kommt ins Gespräch: wie war es für euch? Was habt ihr gefühlt? Wie geht es euch jetzt?
  • Ihr könnt gerne die Meditation wiederholen mit getauschten Rollen.

Ablauf der Kindermeditation

1. dein Kind legt sich gemütlich auf den Rücken und schließt die Augen
2. atmet zusammen tief ein und aus
3. wenn ihr ein Instrument zuhause habt, eine Triangel, eine Klangschale, ein Xylophon, ein Regenmacher oder ein anderes angenehmes Geräusch erzeugen könnt, benutze es vor jedem neuen Ablauf, um das Kind darauf einzustimmen.

GONG

4. nun legst du deinem Kind ein kleines Kissen auf den Körper
1. nacheinander: zuerst auf das Bein, den Arm, die Stirn und den Bauch
2. benenne deine Schritte

GONG

5. nun nimmst du die Kissen nacheinander wieder ab,
6. versuche die Aufmerksamkeit deines Kindes auf die Stellen zu richten, wo du die Kissen abnimmst
7. atmet lautstark tief ein und aus
8. wenn die Augen geschlossen sind, kann sich das Kind besser auf seine Atmung und seinen Körper konzentrieren

GONG

9. reibe dir das Duftöl in die Hände und halte deine Hände ein paar Zentimeter über der Nase des Kindes, damit es den Duft riechen kann.
10. massiere nun deinem Kind die Stirn mit sanften Bewegungen ein
11. erinnert euch an die Atmung und atmet zusammen tief ein und aus

GONG

12. dein Kind darf sich langsam strecken, aber noch liegen bleiben
13. es kann die Augen öffnen und sich langsam hinsetzten
14. haltet euch an den Händen und ATMET gemeinsam ein letztes Mal lautstark tief ein und aus
15. sprecht darüber: wie fühlt ihr euch?

Was lernen die Kinder bei der Meditation?

  • Ich-Kompetenz:
    Ein Gespür entwickeln, was Körper und Geist gut tut und der Gesundheit förderlich ist.
    Eigene körperliche, geistige und soziale Bedürfnisse, Interessen und Gefühle wahrnehmen und zum Ausdruck bringen.
  • Sozialkompetenz:
    Eigene Gefühle mit anderen teilen, Gefühle anderer wahrnehmen und einfühlsam reagieren.
    Bei Körperkontakten eigene Grenzen vertreten und regeln einhalten.
  • Sachkompetenz:
    Körperteile kennen, diese benennen und ein Grundverständnis über Körperfunktionen entwickeln.
  • Lernmethodische Kompetenzen:
    Wiederholen und Üben als Methode zur Entwicklung körperlicher Fähigkeiten erleben
    Ein Bewusstsein von den eigenen Fähigkeiten und Entwicklungsmöglichkeiten aufzubauen

Ich wünsche euch viel Ruhe und Gelassenheit
NAMASTE

Quellen:

Sozialpädagogische Lernfelder für Erzieherinnen und Erzieher, 2.Auflage 2014

Sieben Ideen für ein besseres Körpergefühl bei Kindern

Lavendelöl: Wirkung und Anwendung des ätherischen Öls


Literaturausarbeitung zu “Hörst du die Stille? -Meditative Übungen mit Kindern” von Reinhard Brunner
Berliner Bildungs- Programm

Wie die Kraft der Stille dein Gehirn neu vernetzt und deine Gesundheit transformiert

Autorin: Lisa Löwenzahn
https://www.instagram.com/littlegreenbear_/